Nachhaltige Stadtplanung

Auf dieser Seite teilen wir Informationen zu unseren Aktivitäten im Bereich nachhaltige Stadtplanung mit Ihnen. Sie entstammen insbesondere einem FAU Forschungsprojekt (2023-2026) und werden darüber hinaus laufend vom Verein fortgeführt. Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit, mit Ihnen über diese Themen in den Austausch zu kommen!

Was ist nachhaltige Stadtplanung?

Nachhaltige Stadtplanung bedeutet, Städte so zu gestalten, dass Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft langfristig im Gleichgewicht stehen. Sie schafft Räume für Begegnung und Austausch und stärkt das Miteinander in der Stadt. Eine hohe Aufenthaltsqualität entsteht zum Beispiel durch attraktive Plätze, Grünflächen, sichere Wege und eine gute Erreichbarkeit wichtiger Einrichtungen. Gleichzeitig werden Ressourcen geschont und klimafreundliche Lösungen umgesetzt – beispielsweise in den Bereichen Mobilität, Energie und Bauen. So entstehen lebenswerte, zukunftsfähige Städte für alle Generationen.

Die Stadt der Zukunft muss nachhaltig sein und gesunde Wohnbedingungen für alle schaffen. Aber wie kann das gelingen, wenn gleichzeitig Wohnraum geschaffen werden muss, kommunale Finanzen knapp sind und Personalmangel herrscht?

Antworten auf diese drängenden Fragen zu liefern, war genau das Ziel unseres Forschungs-Praxis-Projekts.

PD Dr. Klaus Geiselhart

Transformationsforscher, Institut für Geographie der FAU Erlangen-Nürnberg & 1. Vorsitzender des forum1.5 Mfr.

Nachhaltigkeit ist schon lange Leitprinzip der Raumentwicklung, muss aber angesichts der planetaren Umweltkrise neu justiert werden. Ökologischen Maßnahmen sollte hier Priorität eingeräumt werden, da Umweltschutz gleichzeitig auch Gesundheitsschutz bedeutet.

Stadtplanung hat dabei die Aufgabe, integrierte Konzepte gemeinsam mit der Stadtgesellschaft zu erarbeiten, die eine lebenswerte Zukunft für alle langfristig sicherstellen können.

Dr. David Spenger

Geograph, Institut für Geographie der FAU Erlangen-Nürnberg & Mitglied des forum1.5 Mfr.

Ausgangslage

Städte sind in besonderer Weise vom Klimawandel betroffen, z.B. durch Hitzewellen, Starkregenereignisse, Erhöhung der Luftverschmutzung oder Verlängerung des Pollen-flugs. Diese Einflüsse bedingen auch ökonomische Schäden. Der Klimawandel lässt sich damit nicht auf die ökologische Dimension reduzieren, sondern steht in engem Zusammenhang mit ökonomischen, sozialen und gesundheitsbezogenen Fragen.

Vulnerable Bevölkerungsgruppen wie Ältere, Schwangere, Kinder oder Kranke sind besonders von den Auswirkungen betroffen, aber auch unterschiedliche städtebauliche Voraussetzungen beeinflussen die Exposition auf kleinräumiger Ebene. Klimaanpassung und Klimaschutz gehen damit Hand in Hand und können mit geeigneten stadtplanerischen Maßnahmen adressiert werden.

Das FAU Forschungsprojekt "Klimawandel-Wohnen-Gesundheit"

Das Forschungs-Praxis-Projekt „Klimawandel – Wohnen – Gesundheit. Gestaltung von Wohnquartieren im Sinne des Klimaschutzes und der Gesundheitsförderung“ (2023-2026) wurde von der BarmeniaGothaer Stiftung gefördert und am Institut für Geographie der FAU Erlangen-Nürnberg durchgeführt.

Ziel war es, Gelingensbedingungen für die sozialökologische Transformation von Bestandsquartieren zu identifizieren und ein besseres Verständnis für die Rolle von Stadtplanungsakteuren zu entwickeln. Denn auch wenn bereits ein breites Wissen im Bereich Klimawandel und Gesundheit vorhanden ist, besteht noch erheblicher Forschungsbedarf in Fragen der Umsetzung von Maßnahmen.

Am Beispiel von mittelfränkischen plus funktional an Nürnberg angebundenen Städten begleiteten PD Dr. Klaus Geiselhart, Dr. David Spenger und M.A. Leah Burgard Transformationsprozesse und sensibilisierten für Verknüpfungen zwischen den Themen Klimawandel, Wohnen und Gesundheit auf lokaler und regionaler Ebene. Zentral im Vordergrund stand hier insbesondere auch die Vernetzung und der Erfahrungsaustausch von Stadtplanungsakteuren aus unterschiedlichen Kommunen.

Interkommunaler Erfahrungsaustausch in der Region Nürnberg-Fürth-Erlangen

Im Rahmen der Projektaktivitäten hat das Team die Regionale Fachtagung Nachhaltige Stadtplanung ins Leben gerufen. Diese fand im Sommer 2023 zum ersten Mal statt und richtet sich explizit an Stadtplanungsakteure aus der Region Nürnberg-Fürth-Erlangen. Ziel ist es, den themenspezifischen Erfahrungsaustausch von Stadtplanungsakteuren aus Städten verschiedener Größe zu fördern und ein Netzwerk im Bereich der nachhaltigen Transformation von Städten aufzubauen.

Dieser Austausch ermöglicht wechselseitiges Lernen in einem geschützten und vertrauensvollen Raum. Gleichzeitig unterstützt er den Aufbau von Beziehungen und trägt zur gemeinschaftlichen Entwicklung von Transformationsimpulsen und -wissen bei. Entstehungshintergrund ist, dass gerade diejenigen Personen, die mit der Umsetzung von Maßnahmen betraut sind, häufig keine Möglichkeit haben, sich auszutauschen und auch von den Erfahrungen und den Ideen anderer Städte zu lernen. Und genau hier setzt die Fachtagung als wiederkehrendes Format an! Auf vergangenen Veranstaltungen wurden zum Beispiel Erfahrungen mit Schwammstadtstrategien, Dreifacher Innenentwicklung und Flächenmanagement, Essbare Stadt Projekten, Klimaanpassung und Gesundheit in der Stadtplanung diskutiert.

Organisationaler Wandel in Verwaltungen

Ein Themenfokus, der sich unter den Teilnehmenden der Regionalen Fachtagung Nachhaltige Stadtplanung zuletzt stark herauskristallisiert hat, ist die Frage nach organisationalem Wandel in Verwaltungen. Denn: Im Rahmen ihrer Tätigkeiten agieren sie vielfach innerhalb institutionalisierter Rahmenbedingungen, die gleichermaßen Möglichkeiten und Begrenzungen ihres Handelns darstellen und mitunter auch mit lokalspezifischen Verwaltungskulturen oder Prioritätensetzungen durch die Kommunalpolitik einhergehen.

Damit kommunale Stadtplanung den drängenden Herausforderungen der Gegenwart gerecht werden kann, muss auch Stadtverwaltung neu gedacht werden. Wie aber öffnen wir Stadtverwaltungen für Transformationsprozesse, um eine effiziente und zukunftsfähige Stadtplanungspraxis zu ermöglichen? Wie schaffen wir (Experimentier-)Räume für mutiges Voranschreiten und Ausprobieren? Wie öffnen wir Möglichkeitsfenster und Handlungsspielräume? Wie bündeln wir Kapazitäten und nutzen Synergieeffekte entlang des Querschnittsbereichs Nachhaltigkeit? Und wie gelangen wir zu einem vernetzten, integrierten Verwaltungshandeln?

Diese und weitere Fragen werden derzeit im Rahmen eines längerfristigen Konsensprozesses mit den beteiligten Stadtplanungsakteuren diskutiert und aufbereitet. Um deren Erfahrungswissen zu bündeln und weiteren Personenkreisen zugänglich zu machen, wird in diesem Zusammenhang ein praxisnahes Orientierungspapier erarbeitet. Es trägt den Titel „Integriert handeln, nachhaltig planen – Erfahrungen und Innovationen aus der Stadtplanungspraxis der Region Nürnberg-Fürth-Erlangen“ und wird vsl. in der ersten Jahreshälfte 2026 veröffentlicht. Dann wird es auch hier zum Download bereitstehen.

Integriertes Verwaltungshandeln ist heute wichtiger denn je. Das Orientierungspapier bündelt hierzu wertvolles Erfahrungswissen aus der Stadtplanung und zeigt auf, wie Veränderungen angestoßen und Handlungsspielräume geöffnet werden können.

Gemeinsam erarbeitet von verschiedenen Stadtplanungsakteuren aus der Region Nürnberg-Fürth-Erlangen ist es ein tolles Produkt, das Wandelimpulse formuliert und praxisnahe Anregungen liefert. 

M.A. Leah Burgard

Geographin, Institut für Geographie der FAU Erlangen-Nürnberg & Mitglied des forum1.5 Mfr.

Bevorstehende Veröffentlichung!

Ein Orientierungspapier mit Erfahrungen von Stadtplanungsakteuren aus der Region Nürnberg-Fürth-Erlangen. Bald hier zum kostenfreien Download.

Informationen zum Orientierungspapier

Das Orientierungspapier „Integriert handeln, nachhaltig planen – Erfahrungen und Innovationen aus der Stadtplanungspraxis der Region Nürnberg-Fürth-Erlangen“ wird vsl. in der ersten Jahreshälfte 2026 veröffentlicht.

Die Inhalte des Papiers wurden von den Teilnehmenden der Regionalen Fachtagung Nachhaltige Stadtplanung kooperativ erarbeitet. Koordiniert und dokumentiert wurde der Prozess durch das Projektteam der FAU. Das forum1.5 Mfr. tritt als Herausgeber auf.

Es bündelt Erfahrungswissen von Stadtplanungsakteuren und thematisch benachbarten Abteilungen in Bezug auf integriertes Verwaltungshandeln und stellt Beispiele guter Praxis vor. Denn integriertes Verwaltungshandeln hat sich im Rahmen des Forschungsprojekts als zentrale Gelingensbedingung der nachhaltigen Transformation herausgestellt. Insofern geht es inhaltlich insb. um organisatorische Transformationsnotwendigkeiten in Verwaltungen und das Aufzeigen von neuen Wegen und Handlungsspielräumen.

Ausgangspunkt des Papiers sind Herausforderungen in der Verwaltungspraxis. Bereichert durch Lösungsansätze und konkrete Praxisbeispiele aus der Region wendet sich das Papier in erster Linie an andere Stadtplanende bzw. ähnliche Stellen der Raumentwicklung. Um integrierte Verwaltungsprozesse zu stärken, enthält das Papier außerdem verschiedene Empfehlungen für die kommunale Leitungsebene, für die Stadtpolitik und für die Landespolitik und -verwaltung.

Insgesamt adressiert das Papier a) kommunale Verwaltungsakteure mit dem Ziel, organisationale Innovationen aufzuzeigen und deren interkommunale Übertragung zu unterstützen; b) politische Vertretungen auf kommunaler und Landesebene, um auf die Verbesserung verwaltungsbezogener Rahmenbedingungen hinzuwirken und c) die interessierte Öffentlichkeit.

Weitere Informationen und nützliche Dokumente

Dieser Abschnitt wird zukünftig aktualisiert. Dann finden Sie hier weiterführende Informationen und hilfreiche Dokumente – zum Beispiel zu den Themen nachhaltige Baustoffe, Biodiversität, Flächennutzung, Gesundheit und Klimaanpassung in der Stadt.

Impressionen aus der Region Nürnberg-Fürth-Erlangen