Die Regionale Fachtagung Nachhaltige Stadtplanung
Die Regionale Fachtagung Nachhaltige Stadtplanung wurde im Sommer 2023 vom FAU Projektteam ins Leben gerufen und richtet sich an Stadtplanungsakteure aus der Region Nürnberg-Fürth-Erlangen. Mit diesem wiederkehrenden Veranstaltungsformat wird der themenspezifische Erfahrungsaustausch von Stadtplanungsakteuren aus Städten verschiedener Größe gefördert und ein interkommunales Netzwerk im Bereich der nachhaltigen Transformation ausgebaut. Hier können Sie durch Impressionen aus vergangenen Veranstaltungen stöbern.
Juni 2023: Perspektiven der Schwammstadt
Angesichts des voranschreitenden Klimawandels wird Klimaschutz und Klimawandelanpassung zur Doppelaufgabe. Auf die Notwendigkeit von städtebaulichen Anpassungen weist unter anderem der zuletzt veröffentlichte IPCC-Bericht des Weltklimarates hin. Die Idee der Schwammstadt bietet hierbei viele Potenziale – sowohl für das regionale Wassermanagement als auch für die Reduktion der lokalen Hitzebelastung.
Das forum1.5 Mfr. und das Institut für Geographie der FAU Erlangen-Nürnberg organisierten dazu in Kooperation mit dem Amt für Stadtplanung und Mobilität der Stadt Erlangen am Freitag, 16. Juni die erste Regionale Fachtagung Nachhaltige Stadtplanung. Ziel war es, Vertreter:innen von Stadtplanungsabteilungen in der Region Nürnberg-Fürth-Erlangen über Ansätze und Projekte zur Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips in Bestandsquartieren in den Erfahrungsaustausch zu bringen. Knapp 30 Fachleute aus den Städten Nürnberg, Fürth, Erlangen, Bamberg, Ansbach, Schwabach und Forchheim sowie Studierende der Geographie diskutierten an diesem Tag angeregt über Umsetzungsmaßnahmen und Hemmnisse.
Die Veranstaltung war zugleich Auftakt des Forschungsprojektes „Klimawandel-Wohnen-Gesundheit: Gestaltung von Wohnquartieren im Sinne des Klimaschutzes und der Gesundheitsförderung“.
Juni 2024: Flächenmanagement und Dreifache Innenentwicklung
Am Freitag, den 07. Juni 2024 fand die 2. Regionale Fachtagung Nachhaltige Stadtplanung statt. Nachdem im vergangenen Jahr das Thema Schwammstadt im Vordergrund stand, diskutierten in diesem Jahr Vertretungen aus den Städten Ansbach, Erlangen, Forchheim, Fürth, Nürnberg und Schwabach über nachhaltiges Flächenmanagement und Dreifache Innenentwicklung.
In Weiterentwicklung des bereits seit Langem praktizierten planerischen Prinzips „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ und der Doppelten Innenentwicklung (Nachverdichtung und gleichzeitige Vorhaltung von städtischen Grünflächen) nimmt Dreifache Innenentwicklung zusätzlich Verkehrsflächen und nachhaltige Mobilität in den Blick. Ziel ist es, Verkehrsflächen zu (teil)entsiegeln, um dadurch Raum für die multifunktionale Nutzung von Flächen zu schaffen. Maßnahmen der Begrünung oder der Freizeitnutzung dienen einer gesundheitsfördernden Stadtentwicklung und -planung, dem Klimaschutz und der Klimaanpassung. Idee ist es primär, konfliktäre Ziele zu komplementären Zielen zu machen, also Win-Win-Effekte zu erzielen. Dipl.-Ing. agr. Thomas Preuß vom Deutschen Institut für Urbanistik aus Berlin führte als ausgewiesener Experte in das Thema ein und stellte planerische Instrumente vor, die die Umsetzung dieser Ziele unterstützen können.
Die Fachtagung bot ein Forum des Erfahrungsaustausches, auf dem Lösungswege und Handlungsmöglichkeiten innerhalb wie außerhalb von Verwaltungen diskutiert wurden.
Juli 2025: Gesundheit in der Stadtplanung
Am Freitag, den 11. Juli 2025 fand in Erlangen die 3. Regionale Fachtagung Nachhaltige Stadtplanung statt. Bei dieser diskutierten Vertretungen aus den Städten Dinkelsbühl, Erlangen, Fürth, Höchstadt a.d. Aisch, Nürnberg, Oberasbach und Treuchtlingen über Gesundheit in der Stadtplanung.
Die Sicherstellung gesunder Wohnverhältnisse ist längst gängige Praxis in der Stadtplanung – etwa durch den Schutz vor Umweltbelastungen wie Luftverschmutzung, Lärm oder Hitze. Außerdem geht es darum, Flächenversiegelung zu vermeiden, Grün- und Freiräume als Umweltressourcen zu qualifizieren und dadurch soziale Begegnungen zu fördern. Die Multicodierung von Flächen ist sowohl wichtig für den Klimaschutz als auch für den Gesundheitsschutz – offen bleibt jedoch, wie Gesundheit in der konkreten planerischen Abwägung als wirkungsvolles Argument für nachhaltige Stadtplanung eingesetzt werden kann.
Prof. Dr.-Ing. Sabine Baumgart führte als ausgewiesene Expertin mit einem spannenden Vortrag in das Thema ein und stellte u.a. Handlungsoptionen, Strategien und Potenziale in dem Bereich gesunder Stadtplanung vor. Im Anschluss hieran folgten zwei Workshop-Phasen, die die Möglichkeit für weiteren Austausch und Vernetzung boten.