Vielfalt gestalten

Samstag, 4.5.2024

diverse Orte in und um Erlangen

Mit der Natur die Stadt planen

Pflanzungen in der Stadt

Stadtgestaltung

Die beiden forum1.5-Mitglieder Karin Depner und Doris Olschner informierten über das Konzept der Schwammstadt und zeigten eine Vielfalt an Ideen, wie Städte praktisch biodiversitätsfördernd gestaltet werden können.

Karpfenwanderung

Dechsendorfer Weiher

Karpfenwanderung

Maximilian Brönner und Matthias Wirth beschrieben die umfangreichen Funktionen der Karpfenzucht und der fränkischen Teichwirtschaft für die lokale biologische Vielfalt und zeigten dabei auch Herausforderungen durch Klimawandel, Hitze und Dürren auf.

Waldexkursion

Waldexkursion an der Brucker Lache

Waldexkursion

Dr. Jürgen Schmidl und Prof. Dr. Achim Bräuning gewährten einen Einblick in die Artenvielfalt der Brucker Lache und halfen den Teilnehmer:innen, ihren Blick für Geheimnisse des Waldes zu schärfen.

Mit der Natur die Stadt planen

Mit Doris Olschner und Karin Depner (beide forum1.5 Mfr.)

Um Grünflächen in der Stadt ging es auch bei dem Stadtrundgang mit den kundigen Leiterinnen Doris Olschner und Karin Depner. Die beiden forums-Mitglieder informierten zunächst über die Idee der Schwammstadt im Klimawandel und wichtige praktische Maßnahmen wie die Förderung von Stadtnatur. Vor dem Hintergrund des städtischen Hitzeinsel-Effekts und zum Schutz vor Starkregenereignissen ist es zwingend notwendig, Städte zu entsiegeln und damit mehr Kühlungseffekt bzw. Versickerungsfläche zu schaffen. Die Teilnehmenden konnten außerdem gleich selbst tätig werden und lernen, wie sie am besten Strohballen bepflanzen können um auch auf versiegelter Fläche Bepflanzungen ermöglichen zu können. Der Rundgang führte zu drei städtischen Klima- bzw. Biodiversitätsoasen in der Erlanger Innenstadt: (1) Den Mikrowald auf dem Grundstück des Hotel Luise, der durch besonders enge Pflanzung und entsprechende Bodenauslegung innerhalb weniger Jahre emporwuchs und somit sehr schnell die entsprechenden Funktionen eines „normalen“ Waldstücks – bei geringem Flächenbedarf – übernehmen kann. (2) Patenschaftsbäume an der Südlichen Stadtmauerstraße, die aufzeigen, wie durch ökologisch sinnvolle Gestaltung von Baumscheiben die Vitalität von Stadtbäumen deutlich verbessert werden kann. (3) Essbare Stadtbeete beim Kino Manhattan, in denen eine große Vielfalt essbarer Pflanzen kultiviert wird. Der Rundgang war barrierefrei, da eine Rikscha zur Verfügung stand.

 

Karpfenwanderung am Dechsendorfer Weiher

Mit Maximilian Brönner (FAU) und Matthias Wirth (Teichwirt)

Dass Karpfen ein wichtiges regionales Produkt und ein gesunder Speisefisch ist, braucht in Mittelfranken nicht weiterer Erklärung. Dass Karpfenteiche aber mehrere Funktionen erfüllen und insbesondere deren Uferzonen auch für die lokale biologische Vielfalt große Bedeutung haben, war Thema bei der Karpfen-Exkursion rund um den Bischofsweiher im Erlanger Stadtteil Dechsendorf. Maximilian Brönner (FAU) beleuchtete Besonderheiten der kleinräumigen Teichstruktur im Städtedreieck Erlangen-Höchstadt-Neustadt/Aisch, auch im Vergleich zu anderen Karpfengebieten in Mittel- und Osteuropa und ging auf die Kontroversen um Prädatoren wie Kormoran und Fischotter ein. Ergänzend dazu berichtete Teichwirt Matthias Wirth von der konkreten Praxis als Teichwirt und den Herausforderungen von Klimawandel, Hitze und Dürre. Es wurde deutlich, dass die Teichwirtschaft vom Klimawandel sehr betroffen ist, zwar weniger von den Temperaturspitzen im Sommer, sondern vor allem durch den ausbleibenden Frost im Winter.

 

Waldexkursion an der Brucker Lache

Mit Dr. Jürgen Schmidl (FAU Erlangen-Nürnberg) und Prof. Dr. Achim Bräuning (forum1.5 Mittelfranken und FAU Erlangen-Nürnberg)

Unter der Leitung von Dr. Jürgen Schmidl nahmen Interessierte an einer Waldexkursion im Tennenloher Forst teil. Sie konnten sich von der Artenvielfalt in der Insektenwelt überzeugen lassen und schärften ihren Blick für die Geheimnisse des Waldes, die auf den ersten Blick nicht zu sehen sind. Der Experte zeigte außerdem, mit welchen Methoden dieser Artenreichtum vor der eigenen Haustür greifbar gemacht werden kann und erklärte, wie er in das Ökosystem Wald eingebettet ist. Es wurden die wichtigsten Baum- und Straucharten vorgestellt, wobei besonders auf den hohen Anteil eingeschleppter Arten (z. B. nordamerikanische Roteiche, spätblühende Traubenkirsche) und damit verbundene Problematiken hingewiesen wurde. Besonders interessant waren die speziellen Biotope „Dünensande“ und „Totholz“, wo speziell angepasste Pflanzengesellschaften und Tierarten (z.B. Ameisenlöwe, Sandlaufkäfer, Ameisenarten) beobachtet werden konnten. Fazit: Obwohl das Gebiet wenig „spektakuläre“ Strukturen und arme Sandböden aufweist, bietet es einer erstaunlich hohen Zahl von Pflanzen- und Tierarten ein breites Spektrum unterschiedlicher Lebensräume, das aber von der intensiven Nutzung des Gebiets (zahlreiche Rückegassen) und der Ausbreitung ortsfremder Arten bedroht ist.